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Immunozytom > Grundlagen
  Immunozytom: Was ist das?
 
 
Ähnlich wie das Multiple Myelom wird das Immunozytom durch entartete B-Plasmazellen, genauer ihre Vorstufen verursacht, die massenhaft funktionslose Antikörper produzieren. Das Immunozytom wird auch als Makroglobulinämie oder Lymphoplasmozytisches  Lymphom bezeichnet, eine Unterform ist der Morbus Waldenström. Das Immunozytom ist ein indolentes, malignes B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom.

Im Unterschied zum Multiplen Myelom vermehren sich beim Immunozytom aber nur solche entarteten B-Zellen, die Immunglobuline der Klasse M (IgM) produzieren. IgM sind fünf Mal größer als Antikörper anderer Klassen. Sie werden deshalb auch als Makroglobuline bezeichnet (makro bedeutet groß), ihr massenhaftes Auftreten im Blut als Makroglobulinämie. Die Makroglobuline lassen sich im Blutserum nachweisen und verdicken das Blut regelrecht, was den Blutfluss stört.

Müdigkeit, Infekte, Knochenschmerzen ...

Bei neun von zehn Immunozytom-Patienten dringen die geschädigten B-Zellen auch ins Knochenmark ein. Dort stören sie unter anderem die Blutzellbildung. Dies führt zu Müdigkeit, häufigen Infekten und einer erhöhten Blutungsneigung. Die Knochenschädigung ist weniger ausgeprägt als beim Multiplen Myelom, allerdings können auch Immunozytom-Zellen die Aktivität knochenabbauender Zellen (Osteoklasten) ankurbeln und so zur Schädigung des Knochens beitragen.

Das Immunozytom kommt typischerweise im höheren Lebensalter vor. Statistisch betrachtet erkrankt jährlich etwa einer von 100.000 Menschen in Deutschland. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil deutlich an, wobei das mittlere Erkrankungsalter bei etwa 65 Jahren liegt. Das Immunozytom ist bei Frauen und Männern ungefähr gleich häufig.

Übersicht: Immunozytom

Beschwerden: Ständige Müdigkeit, erhöhte Blutungsneigung, vergrößerte Lymphknoten, häufige Infekte, Taubheitsgefühle, Knochenschmerzen
Typische Zeichen:

Bei Vorliegen der folgenden Befunde ist von einem Immunozytom auszugehen:

  1. Mangel an roten Blutkörperchen (Blutarmut, Anämie): d. h. weniger als 120 Gramm Hämoglobin pro Liter Blut
  2. Typische Eiweiße auf der Oberfläche der Immunozytom-Zellen
  3. Nachweis des Eiweißstoffs IgM-Paraprotein (Makroglobulin) im Blut oder Urin
  4. Erhöhte Zähflüssigkeit des Blutes
    E. Stark erhöhte Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen (BSG)
Behandlung: Chemotherapie, Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzellgabe, Antikörper, Strahlenbehandlung, Behandlung der begleitenden Beschwerden
Aussichten: Meist keine Heilung, aber Verlangsamung des Krankheitsprozesses

Erläuterung:

Hämoglobin ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen, er wird für den Sauerstofftransport im Körper benötigt.
Die Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit (BSG) bezeichnet die Geschwindigkeit, mit der sich Blutkörperchen in einer Blutprobe senken, die vorher ungerinnbar gemacht wurde. Der Wert ist gerade bei entzündlichen Erkrankungen erhöht.

 

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Typisch für das Immunozytom ist das massenhafte Auftreten funktionsunfähiger großer Immunglobuline im Blut. Das Fließvermögen des Blutes ist dadurch herabgesetzt. Es kann zu einem Hyperviskositäts-
syndrom
mit Kopfschmerzen, Schwindel, Hör- und Sehstörungen, Schläfrigkeit, Koma und Krampfanfällen kommen.
 
Hyperviskositäts-
syndrom
 
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Typisches Fünffachmolekül von Antikörpern der Klasse M. Beim Immunozytom entstehen massenhaft funktionslose Antikörper dieser Klasse.
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